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16 Nov 2017

Die Komplexität der Angriffe nimmt immer weiter zu

Die Komplexität der Angriffe nimmt immer weiter zu

Die nächste Generation der Vernetzung hat den Fuß schon in der Tür, das Internet der Dinge (kurz IoT). Längst ist es Gang und Gäbe, zu Hause seine Lampen per App zu dimmen und das smarte Geräte die Produktion in Unternehmen steuern. Das ist aber nur der Anfang. Die Marktforscher von Gartner schätzen, dass allein in diesem Jahr die Zahl vernetzter Geräte auf knapp 8,4 Milliarden steigt. 2020 sollen es dann schon 20,4 Milliarden sein. Volker Wagner, Vorsitzender ASW Bundesverband (Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft e.V.), zu Chancen und Gefahren des „Internet of Things“.

Frage: Kommen kleine und mittelständische Unternehmen ums Thema Digitalisierung überhaupt noch herum?

Volker Wagner: Aus meiner Sicht ist hier die Frage nicht klein oder groß, sondern analog oder digital. Wer seine Geschäftsprozesse nicht konsequent digitalisiert wird nicht wettbewerbsfähig bleiben. Die deutsche Wirtschaft befindet sich mitten im Prozess der digitalen Transformation. Das Tempo vollzieht sich durchaus unterschiedlich. Für einzelne Branchen, die Wettbewerber mit disruptiven Geschäftsmodellen befürchten müssen, und den deutschen Mittelstand, deren Unternehmen teilweise überfordert sind, stellt die Digitalisierung der horizontalen und vertikalen Wertschöpfungsketten eine enorme Herausforderung dar. Für Deutschland als eine der größten Exportnationen hängt künftige wirtschaftliche Prosperität und internationale Stellung entscheidend davon ab, dass die Digitalisierung zum Erfolg geführt wird.

Frage: Immer häufiger hört und liest man von Cyberangriffen, im Speziellen auch auf das Internet der Dinge. Welche Ziele verfolgen die Angreifer? Und was sind dabei die größten Risiken für Unternehmen?

Volker Wagner: Die Schaffung von Innovation ist aber nur ein Aspekt des Ganzen. Dem Schutz von Innovationen muss hier ein gleiches Augenmerk gelten. Vernetzung und Verschlankung sorgen dafür, dass nicht nur Spionage attraktiver wird, sondern auch immer mehr Angriffspunkte mit immer fatalerer Wirkung für Sabotageaktivitäten existieren. Auch wenn viele Themen Dauerbrenner sind, hat doch die Geschwindigkeit, Intelligenz und Komplexität der Angriffe durch die Digitalisierung und Vernetzung weiter zugenommen. Die Digitalisierung durchdringt in unglaublichem Tempo jeden Bereich von Wirtschaft und Gesellschaft. Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert. Alles was vernetzt werden kann, wird vernetzt. Und alles was vernetzt ist, wird über die Cloud global und jederzeit verfügbar gemacht. Die gilt auch für Cyberattacken! Alles was gehackt werden kann, wird gehackt. Das geht von Spionage, Datenklau über Zerstören bis zum Manipulieren und Beeinflussen. Damit ist klar: Sicherheit ist das Fundament für Vertrauen in die Digitalisierung.

Frage: Sind die Gefahren aus Ihrer Sicht eher theoretischer Natur oder tatsächlich eine reale Bedrohung?

Volker Wagner: Das Internet der Dinge ist und wird ein Ziel für Cyberkriminalität sein.  über IoT werden Informationen über alles liefern, etwa wenn die Bremsen an einem Bus ersetzt werden müssen, oder ob alle Maschinen auf einem Fertigungsstandort innerhalb akzeptabler Parameter laufen. Allerdings werden diese „Dinge“ auch ein Ziel für Cyberkriminalität sein. Die Vielfalt an Endgeräten bietet Tausende von potenziellen Einstiegspunkten in das Netzwerk von Unternehmen. Daher müssen sie besser – oder überhaupt – geschützt werden. Es konnten bereits kompromittierte Geräte in einem Botnet miteinander verbunden werden, um Angriffe gegen Banken oder wichtige Teile der Internetinfrastruktur zu starten.

Frage: Sind eher schlecht gesicherte Produkte in Privathaushalten betroffen oder auch Industrieanlagen?

Volker Wagner: Wahrscheinlich sind wir weniger besorgt, wenn unser Kühlschrank gehackt wird als wenn es zum Angriff einer Prozessteuerung eines Kraftwerks kommt. Was ist aber wenn eine Armee von digitalen Kühlschränken ein Kraftwerk angreift? Alles wird miteinander vernetzt sein und deswegen muss der Fokus sowohl auf den Industrieanlagen wie auch den Consumerprodukten liegen.

Frage: Warum vernachlässigen offenbar viele Hersteller das Thema Sicherheit bei vernetzten Geräten?

Volker Wagner: Wegen fehlendem Bewusstsein, vermeintlichen Kosteneinsparungen und nicht ausreichenden gesetzlichen Vorschriften. Mit dem „Internet der Dinge“ werden eine Vielzahl neuer digitaler Produkte auf den Markt kommen. Die dort implementierten Sicherheitsstandards sind meist schwach. In Konsequenz wird sich damit die Oberfläche für mögliche Cyberangriffe erheblich vergrößern, ohne dass der Anwender darauf Einfluss nehmen kann. Gerade hier ist das Setzen von Sicherheitsstandards zwingend erforderlich und die Hersteller sollten in die Pflicht genommen werden diese transparent zu machen und jeweils produktspezifisch ein Patchmanagement einzuführen.

Frage: Was empfehlen Sie kleinen und mittelständischen Unternehmen: Wie sollten diese sich vor solchen Gefahren schützen?

Volker Wagner:  Das IoT ist kein Zukunftsprojekt, sondern bereits Realität. Nun gilt es, von den Lieferanten zu fordern, die Sicherheit der Geräte zu gewährleisten. Häufig gibt es gar keine Sicherheitsmaßnahmen oder die Geräte sind nur mit Standard-Benutzernamen oder -Passwörtern „geschützt“. Diese sollten geändert werden, sobald sie sich im Netzwerk befinden. Alle Geräte, die Werkseinstellungen für die Sicherheit verwenden, sind gefährdet. IT-Manager müssen auch Standard-Passwörter für Administratoren ändern. Die Geräte sollten auch regelmäßig überprüft werden, um festzustellen, ob sie mit der Sicherheitspolitik des Unternehmens konform sind. Darüber hinaus kann man beispielsweise bei Verbänden wir dem ASW Bundesverband um Rat fragen oder sich in der Allianz für Cybersicherheit vernetzen.

Frage: Unternimmt aus Ihrer Sicht die Politik genug in diesem Bereich? Schützt der Staat deutsche Unternehmen ausreichend?

Volker Wagner: Auf Seiten des Staates sehe ich auch wichtige Handlungsfelder. Davon hat ein Thema eine besondere Bedeutung. Die Meldepflicht für kritische Schwachstellen in Software und die Verpflichtung für Software-Updates sowie Haftung bei Nicht-Behebung.  Das ist so wichtig, weil es derzeit keine Haftung für fehlerhafte Software gibt. Es sollte jedoch ein Haftungsanspruch entstehen, wenn bekannte Schwachstellen und Fehler nicht behoben werden. Wenn eine Behörde oder ein Unternehmen eine Schwachstelle erkennt, über die man in ein IT-System einbrechen könnte, sollte dies meldepflichtig sein. Die Haftung ließe sich nach bestimmten Grundsätzen regeln: Hersteller und Betreiber haften für unterlassene Software-Updates, Verbraucher haften für nicht eingespielte Patches, Restrisiken werden über Risikogemeinschaften in Cyberversicherungen abgedeckt.

Frage: Kurz und knapp: Sehen Sie das Internet of Things mehr als Bedrohung oder als Chance?

Volker Wagner: Wird der deutsche Kompetenzvorsprung in der Produktion und Entwicklung durch die Verbindung von IT und klassischer Produktion aufgefressen oder wird es sogar einen Innovationsschub in Deutschland geben? Die Tatsache des starken politischen Engagements rund um Industrie 4.0 gibt Hoffnung, dass in diesem Fall dem Thema genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ich bin davon überzeugt davon, dass die Chancen für die deutsche Wirtschaft überwiegen. Dabei müssen natürlich die Bedrohungen aktiv gemanaged werden. Aber dies bedeutet ja auch wiederum eine Chance für die Sicherheitsexperten ihre Leistungsfähigkeit zu demonstrieren.

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  • „Ich komme schon viele Jahre zur Ihren Messen und auch dieses Jahr wurde wieder eine große Auswahl an Vorträgen angeboten, deren Vielschichtigkeit ich sehr wertvoll finde. Man nimmt hier so viele Gedankenanstöße und Impulse mit.“
    Ergo Direkt - Speaker Generation Systems
  • „Insgesamt fand ich die TechWeek sehr informativ und ich würde auch nächstes Jahr wieder teilnehmen. Mein Ziel ist es den Markt etwas zu evaluieren und mir die Anbieter anzusehen. Aber auch die Vorträge fand ich sehr interessant bezüglich neuester Technologien, vor allem um Ideen für die eigene Umsetzung zu sammeln.“
    MDM Deutsche Münze - Head of BI
  • „Auf der TechWeekl können wir gezielt und branchenbezogen Kunden ansprechen und auf diesem Weg ist es natürlich einfacher den Kontakt zum Kunden zu suchen. Für mich ist die TechWeek cool, laut und speziell.“
    Cubeware
  • „Ich finde es sehr überraschend, dass es so breit aufgestellt ist, vor allem, weil ich ohne Erwartungen hierher gekommen bin. Ich habe einen Business Intelligence und Devops Hintergrund und habe hier glücklicherweise viele spannende und für mich relevante Stände entdeckt.“
    Project Manager - Siemens
  • „Die TechWeek ist innovativ, visionär und neuartig. Man kriegt einen Blick in die Zukunft und denkt mit einer gewissen Offenheit.“
    Aviationscouts GmbH - IT Consultant
  • Ich bin schon länger in der Branche unterwegs und kenne mich dadurch natürlich gut aus. Alle, die im Bereich Technologie unterwegs sind und im Markt was zu sagen haben, sind auf der Tech Week vertreten.
    TechTarget GmbH - Sales Director
  • Die TechWeek ist innovativ, gelungen und international. Mann könnte sagen, sie ist eine Art Klassentreffen in der Technologiebranche.
    Corning Optical Communications GmbH & Co. KG - Key Account Manager
  • Wir sind schon seit Jahren dabei und haben auch dieses Jahr natürlich nicht verpasst. Wir treffen hier auf unsere Kunden und Neuinteressenten und treiben auch unsere Produktentwicklung voran.
    1&1 IONOS - Senior Commercial Product Manager
  • Die Messe wird von einem guten Publikum besucht und es werden viele unterschiedliche aber eben auch relevante Themen angesprochen. Für uns ist sehr wichtig, dass Entscheidungsträger anwesend sind mit denen wir interagieren können. Dafür ist die Messe besonders gut geeignet.
    TeamViewer GmbH - Senior Product Marketing Manager Enterprise
  • Wir stellen in ganz Europa auf der TechWeek aus und sind jahrelanger Partner, deshalb sind wir auch dieses Jahr dabei. Die TechWeek zieht ein gutes Publikum an und das war auch immer in den letzten Jahren so. Wir haben hier einen schönen Stand, es ist ein gutes Programm und viele Vorträge.
    NTT Communications - Marketing Director